Mit dem Namen ALLAHs, des Barmherzigen, des Allerbarmers, bismi ʾllāhi ʾr-raḥmāni ʾr-raḥīm

Kategorie: Allgemein

  • Neues Video auf dem IASE Youtube Kanal

    As-salamu alaikum!

    Wir möchten Euch gerne auf ein neues Video auf unserem Youtube Kanal aufmerksam machen. In diesem Video wird eine kritische Diskussion um die Grundzüge einer spirituell integrierten Psychotherapie in einem islamischen Kontext für Studenten der islamischen Theologie geführt.

    Lernt mehr über Amin Loucifs Aktivitäten und abonniert seinen Podcast!

    Viele Grüße und salams,

    Eure IASE

  • Blogreihe: Institute und Vereinigungen muslimischer Psychologen – Woche 9

    Im letzten Beitrag dieser Blogreihe möchten wir die Situation der Netzwerke muslimischer Psychologen in Deutschland reflektieren.

    In den späten 1980er und den 1990er Jahren wurde viel Arbeit zur psychosozialen Versorgung von Muslimen und mitunter zur Entwicklung eines Muslim Mental Health-Ansatzes geleistet (z. B. Gründung der Islamischen Arbeitsgemeinschaft für Sozial- und Erziehungsberufe, IASE e. V. 1988). Neuerlich scheint die Arbeit zum Muslim Mental Health-Ansatz, aber auch zu Islam und Psychologie wieder verstärkt an Interesse zu gewinnen. Dies ist ebenfalls bemerkbar durch die letzten zwei Fachtagungen der IASE 2015, welche durch die Initiative einer neuen Generation muslimischer Psychologen/Psychologiestudenten und Sozialarbeiter wieder stattfanden. Insbesondere auf der ersten Fachtagung wurde das starke Interesse der neuen Generation an Islam und Psychologie deutlich, welches nach unserer Einschätzung über den klinischen Anwendungsbereich hinaus Rezeption finden muss. Weiterhin besteht auch zum Zwecke der Theoriearbeit ein großes Bedürfnis nach Vernetzungsarbeit.

    Die Situation in Deutschland scheint sowohl in Bezug auf die Etablierung des Muslim Mental Health-Ansatzes (25-jährige praktische Erfahrung) als auch die Nachfrage und das zunehmende Interesse an Theorien und Konzepten von Islam und Psychologie Gemeinsamkeiten mit den Entwicklungen in Großbritannien und Amerika aufzuweisen. Dennoch befinden sich deutsche muslimische Psychologen vor allem auf der Ebene der theoretischen Durchdringung noch nicht auf dem britischen oder amerikanischen Entwicklungsstand. Die geringe Zahl der deutschen theoretisch-konzeptionellen Publikationen zu Islam und Psychologie und nur vereinzelt vorhandenen institutionellen Strukturen machen das deutlich.

    In der gegenwärtigen Situation erscheint es dagegen als wenig hilfreich, eine neue Instanz speziell für islamisch-orientierte Psychologen ins Leben zu rufen. In Hinblick auf die wenigen Fachkräfte wäre eine weitere Aufgliederung kontraproduktiv. Auch sind die Beiträge anderer Berufsgruppen im Kontext klinischer Konzepte zu wichtig. So fehlt einer derartigen Vereinigung noch das theoretische Gebilde, dessen Repräsentation eine Schlüsselfunktion sein sollte (vgl. Association of Islamicallyoriented psychological therapists, AIOPT). Eine signifikante Rolle sollte dabei auch der Einbindung der islamischen Theologie zukommen. Des Weiteren können das RAMSA Netzwerk für muslimische PsychologInnen und das Netzwerk muslimischer Sozialarbeiter (Nemus) eine Rolle in der Netzwerkarbeit und bei Kollaborationen für Forschungsprojekte spielen.

    Deutsche muslimische Psychologen können bei der Weiterentwicklung des theoretischen Verständnisses von Islam und Psychologie auf einer institutionell- strukturellen Ebene sehr von den Erfahrungen britischer und amerikanischer Kollegen profitieren. Dabei ist diese Arbeit ein erster Versuch, neben Gründen der internationalen Vernetzung und der Bekanntmachung britischer und amerikanischer Strukturen im deutschsprachigen Raum eine Grundlage für die kontinuierliche Entwicklung und Reflexion deutscher Strukturen zu schaffen und die Weiterentwicklung des theoretischen Verständnisses von Islam und Psychologie voranzubringen. Diese erste Einschätzung der deutschen Strukturen gibt eine Vorstellung davon, welche wichtigen Schritte in den letzten 25 Jahren in Deutschland getan wurden, aber auch, welche Entwicklungen in Zukunft zur Unterstützung der Theorieentwicklung initiiert werden könnten. Die Bedeutung grundlegender Theoriearbeit und die Gestaltung von nationalen und regionalen Zusammenschlüssen aus den existierenden Strukturen, zählen zu den wichtigsten Ansatzpunkten.

    Quelle der Originalveröffentlichung (siehe auch für Quellennachweise):

    Kaplick, P. M., & Rüschoff, I. (2018). Islam und Psychologie in Großbritannien, den USA und Deutschland. Wege zum Menschen70(1), 78-88. doi:10.13109/weme.2018.70.1.78

  • Blogreihe: Institute und Vereinigungen muslimischer Psychologen – Woche 8

    Stanford Muslims and Mental Health Labor

    Das Stanford Muslims and Mental Health Lab (SMMH) an der Stanford Universität in Kalifornien ist eine jüngst von der dort lehrenden Psychiaterin Rania Awaad begründete Forschungseinrichtung, das sich einem breit gefächerten Themenbereich mit Bezug zur psychischen Gesundheit von Muslimen widmet. Mitarbeiter entwickeln und führen Trainingsprogramme durch, legen einen besonderen Fokus auf die Forschungsarbeit und widmen sich der Psychoedukation. Im Rahmen der Forschungsarbeit beschäftigt man sich z. B. mit der psychischen Gesundheit von Muslimen und vor allem von muslimischen Frauen, der Geschichte der psychischen Gesundheit in der muslimischen Welt sowie einem islamischen Referenzrahmen für Mental Health.

    Darüber hinaus bietet die Institution im Kontext der Psychoedukation einen Kurs „Kultur und Religion in der Psychiatrie“ für Assistenzärzte der Stanford Universität an. Des Weiteren werden regionale und nationale Seminare über psychische Gesundheit für die muslimische Community durchgeführt. Die zwar kurze, jedoch äußerst ertragreiche Arbeit zeigt, wie wichtig die Involvierung von einschlägigen Fachleuten aus der universitären Landschaft ist. Insbesondere untermauert die personelle Besetzung der Forschungsgruppenleiterin Rania Awaad die Bedeutung, ein derartiges Forschungslabor in die Hände einer sowohl in islamischen Studien als auch in Psychologie bzw. Psychiatrie ausgebildeten Fachkraft zu legen.

    http://med.stanford.edu/psychiatry/research/MuslimMHLab.html

    Quelle der Originalveröffentlichung (siehe auch für Quellennachweise):

    Kaplick, P. M., & Rüschoff, I. (2018). Islam und Psychologie in Großbritannien, den USA und Deutschland. Wege zum Menschen70(1), 78-88. doi:10.13109/weme.2018.70.1.78

  • Blogreihe: Institute und Vereinigungen muslimischer Psychologen – Woche 7

    Khalil Center

    Das Khalil Center in Chicago mit einer Zweigstelle in Santa Clara/Kalifornien ist ein im August 2010 gegründetes Zentrum, das in seiner Funktion vergleichbar ist mit der vom IPPA in London langfristig angestrebten Organisation bzw. dem Ihsaan-Dienst in Bradford/UK. Es verwendet einen glaubens- bzw. religionsbasierten Ansatz mit Wurzeln in Konzepten der islamischen Theologie und integriert wissenschaftliche psychologische Erkenntnisse, um Themenbereiche der psychologischen, spirituellen und gemeindebezogenen Gesundheit zu bearbeiten.

    Von besonderer Bedeutung sind die Beratungspraxis mit islamischer Orientierung (Islamically integrated counselling/psychotherapy), die Beratung von Brautleuten und ein psychosoziales Beratungsprogramm für islamische Schulen. Neben dieser Beratungsfunktion widmet sich das Khalil Center unter anderem der Durchführung von

    Seminaren und Konferenzen, Kompetenztrainings für islamische Geistliche und Lehrer an islamischen Schulen sowie Praktikumsmöglichkeiten für Bachelor- und Masterstudenten der klinischen Psychologie, Beratung und sozialen Arbeit. Die Implementierung der therapeutischen Dienste zeigt, dass die Forschungsergebnisse aus einer Muslim Mental Health-Perspektive (so z. B. eine Forschungsarbeit mit Empfehlungen für die Beratung von Brautleuten) und zu Islam und Psychologie (z. B. Beratungspraxis mit islamischer Orientierung) bereits Anwendung finden.

    Das Khalil Center hat neben dem Hauptstandort in Chicago mit drei Zentren auch drei Zweigstellen in Kalifornien, eine Zweigstelle in New York und expandiert gegenwärtig nach Kanada.

    Khalil Center

    Quelle der Originalveröffentlichung (siehe auch für Quellennachweise):

    Kaplick, P. M., & Rüschoff, I. (2018). Islam und Psychologie in Großbritannien, den USA und Deutschland. Wege zum Menschen70(1), 78-88. doi:10.13109/weme.2018.70.1.78

  • Blogreihe: Institute und Vereinigungen muslimischer Psychologen – Woche 6

    Work in Progress (WIP)

    Das Work in Progress (WIP) ist ein von Carrie York Al-Karam initiiertes Kooperationsnetzwerk. Es bringt primär Forscher mit psychologischem bzw. psychiatrischem Hintergrund auf einer internationalen Ebene durch die Vernetzungsmodalitäten des Internets zusammen und bietet die Möglichkeit, Forschungsarbeiten mit Bezug zu Islam und Psychologie und Muslim Mental Health vorzustellen und mit anderen Forschern zu diskutieren. Dieser Austausch ist fundamental, da bis jetzt kein eigenständiges Ausbildungsprogramm und somit auch kein Kontrollmechanismus für die Sicherstellung spezifischer Forschungsstandards existiert. Die regelmäßigen Treffen des WIPs werden seit April 2016 vom Khalil Center (Vorstellung folgt) durchgeführt.

    York Al-Karams Zielvorstellung ist die langfristige Entwicklung eines postgradualen Programmes in islamischer Psychologie (z. B. als Master-Studiengang oder post-graduales Zertifikat). Es soll zukünftigen studentischen Generationen den Zugang zu diesem Thema erleichtern. Darüber hinaus böte ein derartiges Programm die Möglichkeit, Spezialisten aus den unterschiedlichsten akademischen Bereichen weltweit eine zentrale Plattform zur Artikulation ihrer Theorien zu geben und diese gemeinsam zu diskutieren.

    Quelle der Originalveröffentlichung (siehe auch für Quellennachweise):

    Kaplick, P. M., & Rüschoff, I. (2018). Islam und Psychologie in Großbritannien, den USA und Deutschland. Wege zum Menschen70(1), 78-88. doi:10.13109/weme.2018.70.1.78