Mit dem Namen ALLAHs, des Barmherzigen, des Allerbarmers, bismi ʾllāhi ʾr-raḥmāni ʾr-raḥīm

Kategorie: Allgemein

  • IASE RAMADAN PODCAST TEIL 2 ONLINE

    As-salamu alaikum,

    der zweite Teil der diesjährigen IASE RAMADAN PODCASTS ist nun auf unserem Youtube Kanal verfügbar:

    Wir wünschen Euch viel Spaß!

    Euer IASE Team

  • Blogreihe: Islam und Psychologie – Gegenstand und Geschichte – Teil 7

    3. Gegenstand der Strömung

    Muslimische Psychologen der Gegenwart diskutieren seit 40 Jahren den Gegenstandsbereich einer islamischen Psychologie. Dieser soll im Folgenden in drei Bereichen abgehandelt werden: grundlagenwissenschaftlich orientierte, anwendungsorientierte und praktische Psychologie. Dabei wird grundlagenwissenschaftlich insbesondere Bezug auf die vorgeschlagenen Definitionen des Gegenstandsbereichs der Strömung sowie Schlüsselkonzepte genommen. Die Themen- und Theoriestränge werden zusammen mit wichtigen theoretischen Positionen für den grundlagenwissenschaftlichen und anwendungsorientierten Teil dargestellt, während sich der Abschnitt zur praktischen Psychologie auf die soweit vorhandenen universitären und klinischen Ausbildungsprogramme konzentriert und exemplarisch auf eine der jüngsten Entwicklungen im deutschsprachigen Raum eingeht.

    3.1 Grundlagenwissenschaftlich-orientierte Literatur: Das theoretische Fundament

    Im Bereich der theoretischen Fundierung einer islamischen Psychologie lässt sich inzwischen eine größere Zahl einführender Schriften ausmachen (z. B. Abdul Razak, M.A., 2011; Abdul Razak, M.A. & Hisham, 2012; Al-Attas, 1990; Ansari, 1992, 2002; Badri, 1979, 2016; Elsdörfer, 2007; Hamid, R., 1977, in diesem Band; Husain, A., 2006; Hussain, S., 1984; Khalili, 2008; Khan, S.H. 1996, in diesem Band; Khatami, 2009; Koshravi & Bagheri, 2006, in diesem Band; Mohamed, 1988; Najati, M.U. 1979; Rezaeitalarposhti & Rezaeitalarposhti, 2013; Siddiqui & Malek, 1996; Skinner, 1989, 2010; Utz, 2011; Vahab, 1996a).

    3.1.1 Definitionen

    Zu Beginn der Begriffsdiskussion möchten wir eine grundlegende Unterscheidung zwischen islamischer Psychologie und Islam und Psychologie anführen. Die beiden eigenständigen Worte Islam und Psychologie hier als eine zusammenhängende Begrifflichkeit, nämlich als Islam und Psychologie bzw. Islam und Psychologie-Strömung, zu verwenden, mag anfänglich irritierend erscheinen, ist jedoch der thematisch breitgefächerten Natur dieses interdisziplinären Feldes geschuldet. So kristallisierte sich während der letzten Jahre zunehmend heraus, dass eine islamische Psychologie bzw. ein islamischer Psychologieansatz nur eine Arbeitslinie neben weiteren anderen in der Islam und Psychologie-Strömung darstellt. Es wird argumentiert, dass ein „islamischer Filteransatz“ (Badri, 1979) westlich-psychologische Theorien lediglich aus einer islamischen Perspektive betrachtet und damit kaum Relevanz für eine islamisch-begründete Psychologie hat (Kaplick & Skinner, 2017). Somit können unter dem Begriff islamische Psychologie nicht alle Arbeitslinien einer kohärenten und thematisch breitgefächerten Islam und Psychologie-Strömung vereint werden. Die Tatsache, dass bisher keine umfassende Veröffentlichung z. B. in Form eines Lehrbuches zur islamischen Psychologie existiert, welche differenziert verdeutlicht, was islamisch an einer islamischen Psychologie ist, ist ein weiterer Grund, dass einige muslimische Psychologen die Bezeichnung Islam und Psychologie vorziehen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Kritik der Verwendung des Begriffs islamische Psychologie keinen konzeptionellen Einwand darstellt und die Möglichkeit der Entwicklung einer islamischen Psychologie nicht kategorisch ausgeschlossen wird.

    Da die Differenzierung von Arbeitslinien in der Strömung (islamische Psychologie als eine Arbeitslinie) in der Literatur der letzten 40 Jahre nicht berücksichtigt ist, werden wir im nächsten Blogbeitrag in 2 Wochen die bisher veröffentlichten Definitionen einer islamischen Psychologie in drei Schritten untersuchen und zwar hinsichtlich ihres Verständnisses, was als (1) islamisch und (2) psychologisch gilt und (3) wie man islamisches Gedankengut und psychologische Gegenstandsbereiche miteinander in Verbindung bringen kann und wie dadurch islamisch-psychologische Theorien entwickelt werden können. Dabei wird deutlich, wann es sich tatsächlich um eine islamische Psychologie handeln kann und wann sich die Autoren auf abweichende Arbeitslinien beziehen.

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    Islam und Psychologie – Gegenstand und Geschichte

  • IASE RAMADAN PODCAST TEIL 1 ONLINE

    As-salamu alaikum,

    der erste Teil der diesjährigen IASE RAMADAN PODCASTS ist nun auf unserem Youtube Kanal verfügbar:

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  • Blogreihe: Islam und Psychologie – Gegenstand und Geschichte – Teil 6

    Blogreihe: Islam und Psychologie – Gegenstand und Geschichte – Teil 6

    Erstes Stadium der Theoriebildung: Identitätsfindung

    In den 1970er bis 1990er Jahren gab es vereinzelte Unternehmungen muslimischer Psychologen, die indigene psychologische Tradition des Islams zu ergründen (z. B. Ansari, 1992; Al-Attas, 1990; Hosseini, 1988; Karim, 1984; Skinner, 1989, in diesem Band). Dabei kam es insbesondere zu Vergleichen der Menschenbilder aus islamischer und westlich-psychologischer Sicht mit dem Ziel, einen Überblick über Ähnlichkeiten und Unterschiede der verschiedenen Konzepte zu bekommen. Dies führte von einer deutlichen Betonung der Unterschiede seitens der überwiegenden Mehrheit muslimischer Psychologen bis hin zur kompletten Ablehnung als atheistisch bezeichneter, „westlicher“ Konzepte (z. B. Hamid, R., 1977, in diesem Band).

    Es ist zu beobachten, dass vor allem Autoren aus der islamischen Welt die Entwicklungen der westlichen Psychologie nahezu ohne Ausnahme kritisch-diffamierend verdammen. Sie beziehen sich zumeist ausschließlich auf die Aussagen der Gründer von Therapieschulen, wobei insbesondere Sigmund Freud für die Psychoanalyse und Watson und B.F. Skinner für den Behaviorismus und die Verhaltenstherapie im Zentrum ihrer Kritik stehen und ignorieren nahezu komplett die weitere  Entwicklung dieser Schulen. So finden z. B. die Neopsychoanalyse nach Karen Horney, die Individualpsychologie nach Alfred Adler, die philosophische Anthropologie nach Erich Fromm oder die Daseinsanalyse nach Ludwig Binswanger ebenso wenig Berücksichtigung wie die Objektbeziehungstheorie oder Kohuts Selbstpsychologie. Gleichzeitig verstehen sie Darwin und dessen Evolutionstheorie als Bruder im Geiste der atheistischen Wissenschaften, auf den diese sich in ihren Menschenbildern beziehen. Vermeintliche Widersprüche zwischen den Schulen werden nicht als Ausdruck der Komplexität des Gegenstandes Mensch oder unterschiedlicher Zugangsweisen (z. B. beobachtbares Verhalten vs. Annahme innerer Konflikte) verstanden, sondern ausschließlich als Ausdruck mangelnder „Wissenschaftlichkeit“, fehlender Spiritualität und abgelehnten Gottesbezuges (Abdullah, F., 2011, in diesem Band; Badri, 1979, 2012, in diesem Band).

    Zweites Stadium der Theoriebildung: Entwicklung eines Anspruchs auf Veränderung

    Nach der anfänglichen Erkenntnis, dass der Islam ein reiches Erbe an psychologischem Gedankengut mit sich bringt, lässt sich in der Literatur ab Mitte der 90er Jahre bis in die jüngste Vergangenheit ein Umdenken beobachten. Dieses Stadium der Theoriebildung verstehen wir als Entwicklung eines Veränderungsanspruches: Es ist gekennzeichnet durch muslimische Psychologen, die weniger die westliche Psychologie und ihr philosophisches Fundament kritisieren, sondern beginnen, einen theoretischen Referenzrahmen für ihre eigene, islamisch-begründete Psychologie zu formulieren. In diesem Zusammenhang kam es sowohl zur Veröffentlichung erster, qualitativ eher zweifelhafter, einführender Texte in die islamische Psychologie (z. B. Ansari, 2002; Husain, A., 2006; Husain, M.G., 1996; Vahab, 1996a) als auch zu ersten Explorationen möglicher Anwendungsbereiche mit islamisch-psychologischer Fundierung wie z. B. der klinischen Psychologie.

    In den letzten Jahren ist ein Bestreben zu verzeichnen, die Definition einer islamischen Psychologie systematischer anzugehen. Carrie York Al-Karam schlägt beispielsweise in ihrem Background Paper zum voraussichtlich im April 2018 stattfindenden Islamic Psychology: Defining a Discipline Seminar des Research Centre for Islamic Legislation and Ethics (CILE) vor, dabei auf das Multilevel Interdisciplinary Paradigm als methodologisches Hilfsmittel aus der Psychologie der Religion und Spiritualität zurückzugreifen. Ein zentrales Ergebnis Al-Karams Arbeit ist dabei der Vorschlag, dass es nicht nur eine Definition einer islamischen Psychologie geben muss, sondern diese in Abhängigkeit von Faktoren wie z. B. den betrachteten islamischen Thematiken oder der verwendeten Methode stark variieren kann (York Al-Karam, 2017).

    In diesem zweiten Stadium der Theoriebildung ist außerdem ein neues Phänomen in der Strömung zu beobachten (Skinner, persönliche Kommunikation, 31. Dezember 2016): Konvertiten aus westlichen Ländern sind bestrebt, die eigenen wissenschaftlichen Traditionen für ihre islamischen Ansätze fruchtbar zu machen. Hier spielen insbesondere Menschenbilder und psychologische Denk- und Therapieschulen eine Rolle, die sich positiv oder zumindest neutral zum Thema Religion und Spiritualität positionieren, wie z. B. Carl Gustav Jung, Alfred Adler, Viktor Frankl oder Carl Rogers.

    Nach 40 Jahren Arbeit muslimischer Fachleute der unterschiedlichen Disziplinen und verschiedener Kulturen in der englischsprachigen Literatur ist die Ideenlandschaft beim Thema islamische Psychologie inzwischen sehr heterogen. Hier werden unterschiedliche Schlüsselkonzepte wie Fitra (arab. menschliche Natur; Mohamed, 1995, in diesem Band), Handlung (Koshravi & Bagheri, 2006, in diesem Band) oder Motivation (Alawneh, 1998, in diesem Band) entwickelt und diskutiert.

    In 2 Wochen werden wir ausführlicher mit der Gegenwartsliteratur auseinandersetzen.

    Über diese Blogreihe

    Nachdem wir uns im IASE Blog bereits den Themenfeldern „Die Terra Incognita der islamischen Psychologie“ und den „Instituten und Vereinigungen muslimischer Psychologen“ zugewandt haben, beschäftigen wir uns in dieser Blogreihe detaillierter mit der Literatur zum Thema islamische Psychologie in ihrer geschichtlichen Entwicklung und ihrem Gegenstand. Diese Blogreihe erscheint alle zwei Wochen am Sonntag. Die Inhalte sind aus der theoretischen Einführung in den Sammelband „Islam und Psychologie – Beiträge zu aktuellen Konzepten in Theorie und Praxis“ entnommen, der zum Beispiel hier erhältlich ist. Darin findet Ihr auch ein Literaturverzeichnis für die verwendeten Quellen.

  • VIDEO: Gegenwärtige Situation der Muslime in der psychosozialen Versorgung

    As-salamu alaikum!

    Gerne möchten wir Euch auf folgendes Video von der IASE Fachtagung „Herausforderungen der psychosozialen Versorgung von Muslimen – islamische Perspektiven“ aus dem Jahr 2015 aufmerksam machen, das nun auf Youtube verfügbar ist:

    Wir wünschen Euch viel Spaß!

    Euer IASE Team